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Gespaltene Stimmung bei Suzuki: Vinales brilliert, Espargaro erlebt schlimmstes Qualifying seines Lebens

Bild vergrößernVorbildlich: Maverick Vinales schnupperte an der zweiten Reihe
Während bei Aleix Espargaro mit weichen Reifen überhaupt nichts zusammenlief, konnte Maverick Vinales in die Bresche springen. Wendet sich das Blatt im Rennen?

Große Zufriedenheit bei Maverick Vinales: Der MotoGP-Rookie holte einen starken siebten Rang beim Qualifying zum Tschechien GP und schlug seinen Teamkollegen Aleix Esargaro um fast eine Sekunde. In 1:55.954 Minuten liegt er mitten in einem extrem engen Viererpaket: Andrea Dovizioso war noch einmal 19 Tausendstelsekunden schneller, Pol Espargaro lag eine Tausendstel zurück und der angeschlagene Dani Pedrosa hatte seinerseits nur 15 Tausendstel Rückstand auf seinen spanischen Landsmann.

"Ich spüre die Bodenwellen, aber mein Motorrad liegt sehr gut darauf", strahlte der 20-Jährige. "Ich habe Selbstvertrauen, wenn ich drüberfahre, auch in die Kurven hinein. Ich habe ein gutes Gefühl auf dem Bike." Dabei ist noch nicht alles perfekt: "Es ist schwierig, weil wir in dem Bergaufstück wegen der fehlenden Motorleistung so viel verlieren. Aber das Gefühl ist gut - ich habe den Speed in den Kurven gut halten können und sogar richtig auf Iannone aufgeholt. Gerade bei den Richtungswechseln bin ich viel schneller gewesen."

Seine Taktik, am Freitag mit dem harten Vorderreifen zu fahren, um die weichen für den Samstag zu sparen, zahlte sich aus: Er qualifizierte sich in FP3 direkt für Q2. Doch in FP4 gab es zunächst einen Schock: "Wir haben die harte Mischung vorne probiert, aber es lief nicht gut. Da habe ich dann gedacht, unser Setup sei wirklich schlecht für die heißen Bedingungen. Aber dann habe ich den weicheren aufgezogen und die Rundenzeit kam ohne große Probleme." Mit diesem will er dann auch das Rennen in Angriff nehmen: "Ich denke, der hält die Renndistanz. Wir haben ihn im Training gecheckt und sind im Durchschnitt 1:57.2 gefahren, das ist wirklich gut."

Sorgen macht er sich aber noch bezüglich des Hinterreifens: "Der baut ab Runde 10 ab. Das ist nicht so dramatisch, aber wir wollen noch etwas sanfter beim Gas geben sein, dann sollte er die gesamte Distanz halten." Auch bei der Elektronik bescheinigt er seiner GSX-RR Fortschritte: "Sie ist mittlerweile gut auf meinen Fahrstil angepasst, da haben wir einen guten Schritt nach vorne gemacht. Motorbremse, Traktionskontrolle - alles wird immer besser, das sind wirklich tolle Fortschritte." Bleibt noch das Problem der schwachen Suzuki-Starts. "Die Elektronik macht da keine Probleme; ich denke, ich muss als Fahrer da noch zulegen und den Unterschied machen", so Vinales selbstkritisch.

Espargaro leidet unter Chattering

Während der eine Spanier sein gelungenes Qualifying feiert, ist die Stimmung beim geschlagenen Teamkollegen Aleix Espargaro ganz anders geartet. Dieser schied auf Platz 15 liegend in Q1 aus und war entsprechend bedient. "Das war das schlechteste Qualifying meines Lebens, ein komplettes Desaster! Ich hatte in FP4 und Q1 dasselbe Problem: Mit dem harten Hinterreifen hatte ich ein gutes Gefühl und es war leicht, schnell zu fahren, aber sobald ich den weichen aufgezogen habe, hatte ich nur noch Chattering und es war schwer, schnell zu sein" monierte der 26-Jährige.

Ironie des Schicksals: Während Vinales anmahnt, dass er Fortschritte auf dem harten Reifen machen muss, ist es bei Espargaro genau anders herum. "Mit dem weichen Hinterreifen verlagert sich die Balance weiter nach vorn. Ich hatte nach FP4 eine richtig gute Pace erwartet, aber im Qualifying hatte ich auf dem weichen Hinterreifen dieselben Probleme wie am Morgen. Normalerweise kann ich um die ersten beiden Startreihen kämpfen, wenn ich auf hart schnell bin."

Doch die Performance macht zumindest Mut für das Rennen: "Mit dem Rennreifen sind wir konkurrenzfähig, das ist wichtig. Ich bin zuversichtlich, denn wir haben das Motorrad in der Rennkonfiguration gut hinbekommen." Die Taktik heißt daher: Feuer frei von Anfang an. "Ich werde eine aggressive erste Runde fahren und versuchen, so viele Fahrer wie möglich zu überholen. Ich denke, wir haben die Pace für eine Top-10-Platzierung."

Im Gegensatz zu Vinales hat Aleix Espargaro noch keine Probleme mit dem Hinterreifen: "Der hat nach zwei bis drei Runden einen leichten Drop, aber hält sich dann. Ich hatte elf Runden im vierten Training abgespult und die letzte war nur ein oder zwei Zehntel langsamer als zu Beginn. Es gibt also einen kleinen Abfall nach zwei, drei Runden, aber dann geht es recht gut. Wir haben noch nicht mehr als 15 Runden am Stück absolviert, es könnte also schon sein, dass wir die letzten 5 Umläufen ein bisschen leiden."

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