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Jerez-Wahnsinn: Drama in letzter Kurve: Kent gewinnt Hitchcock-Krimi, Öttl im Pech

Bild vergrößernDanny Kent ist in der Moto3 weiter unaufhaltsam
WM-Leader Danny Kent ist in der Moto3 weiter unaufhaltsam. Der Brite siegte in Jerez bereits zum dritten Mal in Serie. Großes Drama in der letzten Kurve.

Wahnsinn, Dramatik und Spektakel beim Rennen der Moto3 im spanischen Jerez de la Frontera. Miguel Oliveira sah bis zur letzten Kurve wie der sichere Sieger aus, verlor nach einem überharten Manöver von Super-Rookie Fabio Quartararo jedoch noch eine Position an WM-Leader Danny Kent. Quartararo verhinderte gerade noch einen Sturz, verlor somit jedoch seinen dritten Rang an Brad Binder, der kurz zuvor aus dem Spitzenquartett hatte abreißen lassen.

Ungestüm wollte der junge Franzose in der berüchtigten letzten Kurve auf der Bremse innen an Oliveira und Kent vorbeigehen, was für Oliveira letztlich jedoch den Verlust des ersten WM-Sieges zur Folge hatte. Kent reagierte nach leichtem Kontakt mit Quartararo brilliant, verhinderte einen eigenen Sturz und stach in die kleine Lücke, die Oliveira bei seinem Ausweichmanöver lassen musste.

Großes Pech hingegen für der Deutschen Philipp Öttl. Das Geburtstagskind zeigte einen starken Auftritt und lag auf Rang elf, als ihn ein technischer Defekt heimsuchte und zur Aufgabe zwang. Romano Fenati, Francesco Baganai, Jorge Navarro, Enea Bastianini und John McPhee durften sich hingegen über Top-10-Platzierungen freuen. Isaac Vinales, Jules Danilo, Livio Loi und Jorge Martin und Alexis Masbou sammelten immerhin noch WM-Zähler.

Traumstart von Öttl und Vazquez, Spitzenquartett schnell vorne weg

Bei optimalen 23 Grad Lufttemperatur und 25 Grad für die Strecke startete das Feld der Moto3 ins erste Rennen der Europasaison 2015. Quartararo erwischte einen guten Start, wurde aber direkt von Oliviera passiert. Für einige Kurven schob sich Öttl von Startplatz fünf gar nach vorne auf Rang drei, machte sogar Druck auf die beiden Führenden.

Nach einer Runde führte der starke Oliveira das Feld erstmals über Start und Ziel, gefolgt von Quartararo, Binder, WM-Leader Kent und Romano Fenati. Öttl war bereits aus den Top-5 gefallen, hielt sich jedoch immerhin noch vor Niccolo Antonelli, Karel Hanika, Jakub Kornfeil und Enea Bastianini gut unter den ersten Zehn.

Während sich in der Folge das Spitzen-Quartett an der Spitze absetzte, machte ein Mann weiter hinten von sich reden. Efren Vazquez, seines Zeichens WM-Zweiter, pflügte von Startplatz 17 wie von der Tarantel gestochen durch das Feld, lag nach zwei Runden bereits auf Rang sieben.

Während Öttl sich nach drei Runden im Kampf um die letzten Punkteränge im Mittelfeld wiederfand, nahm Vazquez als neuer Fünfter bereits die Verfolgung der Spitzengruppe auf, die sich bereits deutlich um knapp 1,5 Sekunden vom Rest abgesetzt hatte.

Vazquez muss Zwischenspurt Tribut zollen

Kurz vor Mitte des Rennens hatte Vazquez dann zu Oliveira, Quatararo, Kent und Binder aufgeschlossen. Die Top-5 brannten an der Spitze ein wahres Feuerwerk mit vielen Führungswechseln und sehenswerten Überholmanövern ab. Dahinter zeigte sich Öttl nach der schwierigen Phase zu Beginn des Rennens stabilisiert, pendelte immer wieder zwischen den Positionen 13 und 15 hin und her.

Rund sieben Runden vor dem Ende musste Vazquez an der Spitze dann wieder abreißen lassen. Die brutale Aufholjagd hatte seine Reifen zu stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Top-4 lieferten sich weiter einen sehenswerten Schlagabtausch. Quartararo, Kent und Oliveira führten alle munter im Wechsel phasenweise das Rennen an, während Binder etwas passiv und unauffällig mitschwamm.

Bitteres Pech für Öttl dann vier Runden vor Schluss. Auf dem Weg zu guten Punkten für die WM-Wertung musste der Deutsche das Rennen vorzeitig mit einem Defekt aufgeben. Zwei Runden vor dem Ende musste dann Binder vom Spitzenquartett abreißen lassen, womit die Podest-Plätze vergeben schienen. Oliveira ging als erster in die letzte Runde, dicht verfolgt von Quartararo und Kent. Allerdings sollte sich der Portugiese den Traum vom ersten Sieg letztlich nicht erfüllen...

Pleiten, Pech und Pannen

Auch in Jerez hatte die Moto3 wieder einmal zahlreiche Ausfälle und Probleme zu vermelden. Direkt zu Beginn des Rennens crashte Maria Herrera, musste vom Streckenpersonal mit einer Trage abtransportiert werden. Nach fünf Runden verunfallte dann Gabriel Rodrigo, während Karel Hanika und Niklas Ajo nach Abflügen immerhin wieder weiterfahren konnten.

Acht Runden vor dem Ende musste dann Antonelli sein Bike mit technischem Defekt abstellen. Hiroki Ono verbremste sich kurz danach, stürzte, und nahm unglücklicherweise Kornfeil mit ins Kies. Beide blieben unverletzt. Öttl war dann der letzte der insgesamt sieben Ausfälle, die um ein Haar noch spät von den Topfahrern in der Spitzengruppe ergänzt worden wären.

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