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Jordi Torres: Die große Chance

Bild vergrößernJordi Torres hat sich mit Leistung nach oben gedient
Jordi Torres ist 2013 endlich Stammfahrer in der Moto2. Im Interview spricht er über seine Freude und die Arbeit im Aspar Team.

Jordi, endlich bist du Stammfahrer in der Weltmeisterschaft...
Jordi Torres: Ich bin sehr glücklich. Endlich kann ich meine ganzen Anstrengungen auf eine Meisterschaft ausrichten, ohne jedes Wochenende die Maschine wechseln zu müssen. Ich hoffe, diese Kontinuität bringt Selbstvertrauen und holt fahrerisch das Beste aus mir raus, damit ich jede Woche auf der Strecke meine Schokoladenseite zeigen kann. Ich bin sehr motiviert und ich denke, wir können tolle Ergebnisse holen. Es war schwierig für mich, in diese Position zu kommen und ich weiß, damit ist viel Verantwortung verbunden, also bin ich entschlossen, diese Gelegenheit nicht ungenützt verstreichen zu lassen.

Wie kommt ein Fahrer damit zurecht, wenn er in drei Meisterschaften gleichzeitig fahren muss (WM, spanische Meisterschaft, Europameisterschaft)?
Jordi Torres: Ich werde mich jetzt etwas verloren fühlen. [lacht] Es ist eine Erleichterung, wenn man weiß, dass man einen Platz in der Weltmeisterschaft hat und dass man Material haben wird, mit dem man konkurrenzfähig sein kann - vor allem in einem Top-Team wie Aspar. Ich bin endlich in der Spitze angekommen, viel weiter geht es danach nicht mehr, also konzentriere ich mich darauf, alles zu geben und die bestmöglichen Ergebnisse zu holen. Mit einer Maschine wie dieser hat man zusätzliches Selbstvertrauen und das hilft dabei, die Energie in die richtigen Bereiche zu kanalisieren. Wenn man Ersatzfahrer ist, bietet das eine gute Möglichkeit, aber auch nicht mehr. Jetzt gibt es keine Entschuldigungen - das ist die wichtigste Gelegenheit meines Lebens.

An was erinnerst du dich von deiner ersten GP-Erfahrung?
Jordi Torres: Mir wurde 2010 vom Griful Team eine WM-Wildcard in Montmelo angeboten - sie traten damals in der spanischen Meisterschaft an. Ich fuhr auf einer Promoharris, hatte aber noch nie die Dunlop-WM-Reifen verwendet und das machte es schwierig. Ich durfte merken, wie nervös man werden kann, wenn es nicht läuft. Ich war neu, die Zeit verstrich in jeder Session und ich konnte einen Eindruck davon bekommen, wie es wirklich ist, wenn man auf GP-Niveau mitfährt. Trotz allem konnte ich ein ordentliches Ergebnis holen.

Und wie war dein erstes Rennen mit dem Aspar Team?
Jordi Torres: Das war mein zweiter Grand Prix, wir fuhren in Silverstone. Es gab noch mehr neue Dinge, mit denen ich damals zurechtkommen musste: einen Flug erwischen, das Team am Donnerstagmorgen treffen, sehen, wie organisiert alles ist, Teil so eines professionellen Teams zu sein... Ich hatte noch nie so ein hohes Niveau erlebt und als ich mich an so viel Neues gewöhnen musste, war ich etwas verblüfft. Am Freitagmorgen fuhr ich Julian Simons Maschine, was für mich eine große Verantwortung bedeutete - immerhin ist er ein Spitzenfahrer. Das Team und die Maschine waren auf höchstem Niveau, also fühlte ich mich etwas eigenartig. Obwohl es in einigen der Sessions regnete und die Strecke neu für mich war, half mir das Team dabei, meine Pace schrittweise aufzubauen. Im Rennen regnete es wirklich stark und ich hatte einen langsamen Start. Runde um Runde konnte ich meine Pace verbessern und Plätze gutmachen, doch dann passte ich nicht auf und stürzte.

Kam diese Möglichkeit jetzt zur richtigen Zeit?
Jordi Torres: Ich nehme an, ja. Ich bin 25 Jahre alt und die Fahrer kommen mit immer niedrigerem Alter in die Weltmeisterschaft. Das Wichtigste ist aber, dass man schnell ist. Viele Leute haben gesagt, ich sei jetzt an meiner Leistungsspitze und ich denke, ich habe seit der CEV [spanische Meisterschaft] 2010 viele Fortschritte gemacht - damals war ich Meisterschafts-Zweiter und danach gewann ich die Meisterschaft zwei Mal. Ich gebe seit Jahren mein Bestes. Ich weiß nicht, ob die Möglichkeit zur richtigen Zeit kam, das Wichtige ist, dass sie kam. Ich freue mich sehr, denn ich denke, ich bin rein aufgrund meiner Leistungen hier. Ich musste viel arbeiten, es reichte nicht, nur meine Pace zu zeigen, ich musste auch die passende Arbeitseinstellung mitbringen. In den vergangenen zwei Jahren fuhr ich als Ersatzfahrer, aber es war eher wie ein Test. Jetzt wird es endlich meine erste echte Saison als Grand-Prix-Fahrer, wenn man es so nennen will.

Wirst du traurig sein, nach so vielen Jahren die CEV zu verlassen?
Jordi Torres: Ich habe dort viele Freunde und ich werde sie weiter besuchen. Die CEV ist für mich wie eine Familie und ich war lange Zeit ein Teil von ihr. Ich werde sie also nicht völlig hinter mir lassen. Ich fühle mich immer noch als Teil der CEV-Familie.

Nachdem du den Titel zwei Mal gewonnen hast, hinterlässt du in der Moto2-Klasse der CEV eine ziemliche Lücke...
Jordi Torres: Überhaupt nicht. Die Moto2 in der spanischen Meisterschaft ist auf echt hohem Niveau. Ich denke, die Tatsache, dass ein Fahrer wie ich den Titel dort zwei Mal gewonnen hat und jetzt die Möglichkeit hat, in der Weltmeisterschaft anzutreten, sollte für die Teams und Fahrer in der CEV eine Motivation sein. Sie werden alle so hart wie möglich arbeiten, um so eine Chance zu erhalten.

Was bedeutete es für dich, die CEV am letzten Wochenende in Valencia zu gewinnen?
Jordi Torres: Ich kam mit der richtigen Balance aus Selbstvertrauen und Fitness aus dem letzten WM-Rennen. Obwohl ich im Training der Schnellste war, waren die Rundenzeiten sehr eng beisammen und mein einziges Ziel war es, die Meisterschaft zu holen. Als das Rennen begann, fühlte ich mich zuversichtlich und ich konnte recht einfach gewinnen. Die spanische Meisterschaft mit einem Sieg beim letzten Rennen zu holen und dabei bereits das Wissen zu haben, dass ich nächste Saison in der Weltmeisterschaft fahre, das war das Tüpfelchen auf dem I. Es ging um den Ruhm, es ging aber auch um Familie und Freundschaft. Das war das Ergebnis viel harter Arbeit, nicht nur von meiner Seite sondern von meinem Team, meiner Familie und allen um mich. Ich habe das gefeiert, indem ich eine Replika des Helms meines Bruders trug. Der Sieg fühlte sich wie ein Befreiungsschlag an, nachdem ich simultan in mehreren Meisterschaften gefahren war.

Du kennst die Suter schon...
Jordi Torres: Suter ist wie Zuhause für mich. [lacht] Ich komme mit dem Ingenieur von Suter sehr gut aus. Die Maschine hat viel Potential und die ganze technische Mannschaft hat eine tolle Arbeitseinstellung. Die Suter ist ein sensibles Motorrad, das viel Arbeit braucht, wenn man auch nur eine kleine Verbesserung finden will. Auf der andere Seite gibt sie viel zurück und wir haben in kurzer Zeit viel gelernt. Mein Mechanikerteam bei Aspar kennt sie jetzt perfekt und das ist eine große Hilfe.

Beim Test zuletzt in Almeria bist du in Rekordzeit unterwegs gewesen (1:3

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